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Grenzweg
Wanderweg Ziemendorf - Wirlspitze - Ziemendorf (ca 12 km Rundtour)

Der "Grenzweg" bietet einen abwechslungsreichen Spaziergang durch verschiedene Natur- und Lebensräume und die jüngste Vergangenheit. Die Wirlspitze bildet einen markanten Punkt der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und liegt im Kerngebiet des "Grünen Bandes", einem einzigartigen Biotopverbund für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, das sich heute an Stelle der früheren Grenze durch ganz Europa zieht. Der Weg ist durchgängig beschildert. Aufgrund der sandigen Wege ist er für Radfahrer wenig geeignet.
Der Wanderweg startet direkt an der Einfahrt zum Pferde- und Freizeitparadies. Als ehemalige Kaserne der NVA-Grenztruppen ist das Pferde- und Freizeitparadies ein Teil der Grenzgeschichte. Vor dem Gebäude ist eine Installation von Bildern zu sehen, die im Rahmen von Workcamps mit Jugendlichen aus der ganzen Welt seit 2008 entstanden sind. Die Bilder sind der Ausdruck von Gedanken und Gefühlen der Jugendlichen zur Grenze und dem "Grünen Band".
Nach link folgt man der Dorfstraße nach Ziemendorf hinein. Der Ort Ziemendorf wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt und ist eine Gründung vermutlich von Holländern oder Flamen, die das hiesige Moorgebiet entwässerten, um es landwirtschaftlich nutzen zu können. Der Weg folgt der Dorfstraße nach links in Richtung Kirche. Hier kann man die ursprüngliche mittelalterliche Anlage Ziemendorfs als Marschhufendorf noch sehr gut sehen: Die Straße (früher vermutlich auch ein Wassergraben) bildet die Mittelachse, an der die Häuser aufgereiht liegen. Ein Streifen Land - in der Größe der mittelalterlichen Maßnehinheit "Hufe" - liegt hinter jedem Haus. Die Ziemendorfer Kirche von ca 1540 brannte 1865 ab und wurde als Backsteinkriche neu errichtet (wer die Kirche besichtigen möchte, findet im dortigen Aushang die nötigen Ansprechpartner). bis 1989 lag Ziemendorf im sogenannten 5-Kilometer-Sperrgebiet, eine Maßnahme der DDR zur Grenzsicherung. Das Sperrgebiet konnte nur mit einem gültigen Passierschein betreten werden.
Am Ortsende biegt direkt vor der großen Stallanlage ein Feldweg nach recht ab. Nach ca 2,5 km immer geradeaus durch Wiesen und Felder  beginnt rechter Hand der Wald. Entlang des Waldrandes befand sich hier in ca 500 Metern vom eigentlichen Grenzstreifen der sogenannte Grenzsignalzaun, ein Streckmetallzaun mit aufgesetztem Stacheldraht, desse Drüähte bei Berührung ein Signal in der Leitstelle auslösten.
Bevor der Wald in einen sandigen, erst im 18. Jahrhundert gepflanzten Kierfernforst übergeht, hat sich hier noch ein feuchter Streifen mit altem Eichen- und Buchenbestand erhalten. Mit etwas Glück kann man Kraniche und Damwild beobachten. Auch der Neuntöter hat hier sein Revier, ein Vogel, der seine Beute - vorzugsweise Insekten - auf Domen aufspießt.
Der Weg verläuft weiter gerade hinein in den Kiefernforst mit seinem reichhaltigen Blaubeerbestand. Nach einer Rechtskurve geht es weiter gerade aus bis man auf den ehemaligen Kolonnenweg stößt, dem man nach links in Richtung Wirlspitze folgt. Nach 500m erreicht man die Wirlspitze (Wegzeit bis hierher ca 1 bis 1,5 Stunden).
Eine von der Eiszeit geformte Binnendüne erhebt sich hier mitten im Wald. Der Grenzverlauf macht an dieser Stelle einen markanten Knick. Seinen Namen trägt der Ort nach dem Wort Wirl, das weiter nördlich im Gartower Forst lag und von dem heute nur noch ein Forsthaus geblieben ist. Schon in früheren Jahrhunderten verlief hier die Grenze zwischen Altmark und dem Wendland, es finden sich noch alte Markierungen und Grenzhügel im Wald. Die ehemalige Staatsgrenze der DDR war durch einen eoppelten Streckmetallzaun und Minenfelder gesichert. Direkt auf der Spitze stand ein Wachturm. Trotzdem haben viele Menschen an dieser Stelle versucht, die Grenze zu überschreiten. Am 28. Oktober 1963 durchbrachen die Brüder Berhard und Siegfried Simon hier die Grenze und lösten dabei Bodenminen aus. Siegfried Simon gelang es noch, seinen schwer verletzten Bruder auf Westgebiet zu bringen, doch der 18jährige starb auf dem Weg in Krankenhaus. Ein Holzkreuz im Wald erinnert heute an den jungen Mann.
Nach links folgt man auf dem Kolonnenweg dem ehemaligen Grenzverlauf in Richtung Salzwedel. Der frühere Todesstreifen - das heute "Grüne Band" ist in diesem Abschnitt geprägt durch Heidelandschaft und Trockenrasenflächen, ein Efugium insbesondere für wärmeliebende Insekten und den Ziegenmelker, eine stark gefährdete Nachtschwalbenart. Nach ca 2,5 kam biegt man nach links in den Wald ab und folgt diesem Waldweg bis der auf einen Feldweg stößt. Hier nach recht abbiegen und dem Weg folgen, bis man kurz vor Ziemendorf zur Kopfsteinpflasterstraße kommt. Hier links nach Ziemendorf abbiegen. in Ziemendorf zurück besteht die Möglichkeit im Gartencafe des Pferde- und Freizeitparadiess oder im "Vier-Länder-Eck" einzukehren.