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Tempelwechter, Wanderprediger und Sonderling: Gustav Nagel

Das Leben und Wirken Gustav Nagels (1874-1952) zählt bis zur Gegenwart zu den besonderen Attraktionen Arendsees. Nach verschiedenen Erkrankungen in jungen Jahren wurde Nagel 1897 Vegetarier und wandte sich, beieinflusst durch die Lehren des Pfarrers Kneipp, einer besonderen Naturlehre zu. Wie ,,Jesus" mit langen Gewändern bekleidet und barfuß, wanderte er um die Jahrhundertwende durch Deutschland und Teile Europas. Höhepunkt der Wanderjahre war ein Besuch Jerusalems 1903.

nagel.jpgSpäter wurde der Sonderling ein bedeutender Steuerzahler und Werbefaktor für den aufstrebenden Kurort. Jährlich besuchten 10.000 Menschen Nagel in seinem schönen Naturgarten mit dem eigenwillinge Tempel am Arendsee.

Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 predigte Nagel vor zahlreichen Zuhörern gegen die Judenverfolgung und den Krieg. 1943 wurde Nagel aus politischen Gründen ins KZ Dachau verbracht und 1943 in die Nervenheilanstalt Uchtspringe bei Stendal verlegt.

Nach dem Krieg galt Nagel als Antifaschist, wurde 1950 allerdings wieder in Uchtspringe eingeliefert, wo er 1952 verstarb.

Seine Hinwendung zur natürlichen Lebensweise sowie seine kultur- und lebensreformerischen Bestrebungen gelten bis heute als Anregung zu einer alternativen Lebensweise.

Seine Tempelruine und Schautafeln an der Strandpromenade und seine Kurhalle auf dem Gelände der Gaststätte ,,birlokal zum alten gustaf" erinnern bis zur Gegenwart an den bemerkenswerten Sonderling.  

 

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